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NATIONALBANK-VIZEDIREKTOR REFERIERT AN DER BMS
 
"Wer 100 Franken im Geldbeutel mit sich trägt, finanziert die Schweizerische Nationalbank." Mit diesem und anderen Beispielen erläuterte Professor Bruno Gehrig, Vizedirektor der Schweizerischen Nationalbank (SNB) den Schülerinnen und Schülern der Technischen Berufsmittelschule Winterthur im Rahmen einer speziellen Wirtschafstkunde-Veranstaltung die Aufgaben und die Bedeutung der SNB. 

Weil es in der Schweiz noch immer viele Leute gebe, die am Postomat Geld abhöben, um anschliessend am Postschalter ihre Einzahlungen zu tätigen, viel mehr als in umliegenden Ländern, verdiene die SNB ganz schön.

Bruno Gehrig zeigte auf, dass es sehr wichtig sei, dass die SNB unabhängig und eigenständig sei. Wenn eine Zentralbank den Staat finanzieren müsse, dann könne es nicht gut herauskommen, Inflation sei dann vor programmiert.

Die wichtigste Aufgabe der SNB ist die Geldpolitik. Die Schweizerische Wirtschaft muss mit so wenig Geld versorgt werden, dass die Inflation nicht über 2 Prozent steigt, aber mit genug, dass keine Arbeitslosigkeit entsteht. Diese Aufgabe sei sehr schwierig, weil die Auswirkungen der Geldpolitik erst sehr langfristig, ein bis zwei Jahre verspätet, beobachtet werden können. Das Direktorium der SNB müsse deshalb mit viel Unsicherheit entscheiden. Häufig sei man dann im Nachinein eben sehr viel klüger. Die Geldmenge wird in der Schweiz vor allem über den Zins gesteuert. Heute ist der Libor sehr tief, er schwankt in einer Bandbreite von 1,25 bis 2,25 Prozent..

Im Moment fahre die Schweiz gut mit dem Schweizerfranken, erklärte Bruno Gehrig. Ob einmal der Euro eingeführt werden solle, diese Frage beantwortet Bruno Gehrig pragmatisch. Der Vorteil sei klar, dass es für die Wirtschaft kein Wechselkursrisiko mehr gebe. Dafür könne die Schweiz aber keine eigenständige Geldpolitik mehr betreiben und sie würde den Zinsvorteil verlieren. Heute sind die Zinsen in der Schweiz gut 1 Prozent billiger als in der EU. Das fördert Investitionen und damit die Produktivität der Schweizer Wirtschaft.

Das spannende Referat von Bruno Gehrig löste eine eingehende Diskussion aus. Eine Situation wie in Argentinien könne er sich in der Schweiz nicht vorstellen, meine der Referent. Die Schweiz sei heute nicht Crash gefährdet. Das Bankgeheimnis sei keine Frage der Währungspolitik, sondern des Finanzplatzes Schweiz. Und auf die Frage, was ein Vizedirektor der SNB verdiene, kam die offene Antwort, es seien 535000 Franken.
 
(Paul Lehmann, Fachlehrer Wirtschaft und Recht)

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